Jeder Cowboy besaß eine Reihe von Arbeitsmittel, ohne die er seine Aufgabe gar nicht hätte bewältigen können. So sei hier an erster Stelle das Pferd erwähnt, das sein ständiger Begleiter war. Rodeo Die Pferde Nordamerikas wurden im 17. Jahrhundert von den Spaniern eingeführt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich aus den Nachkommen die Mustangs, die besonders widerstandsfähig waren, aber auch wild. Daher mussten sie, bevor man sie für das Viehtreiben verwenden konnte, erst eingefangen und eingeritten werden. Zu diesem Zweck zogen Cowboys, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hatten, von einer Ranch zur anderen, um ihre Arbeit zu erledigen. Als erste Aufgabe galt es, das Pferd erst einmal an einen Sattel zu gewöhnen. Anschließend musste der Cowboy versuchen, das Pferd zu besteigen, um sich anschließend im Sattel zu halten, während das Pferd alles daran setzte, den Cowboy abzuwerfen, was ihm Anfangs auch gelang. Ohne kleinere oder größere Blessuren kam der Cowboy meistens nicht davon. Schließlich gelang es ihm aber immer, das Pferd zu zähmen. In den meisten Fällen wurden den Cowboys die Pferde von den Ranchern zur Verfügung gestellt, da der einzelne Cowboy mit einem Pferd nicht auskam. Für jede Aufgabe wurden mehrere speziell trainierte Tiere benötigt. So gab es so genannte Nachtpferde, da diese keine Probleme mit der Dunkelheit hatten, oder Trennpferde, die besonders wendig waren und für das Zusammentreiben des Viehs verwendet wurden. Andere Pferde waren gute Schwimmer und wurden dann benutzt, wenn man Flüsse überqueren wollte. Teilweise hatte ein Cowboy bis zu 7 Tiere, für die er während des Trecks verantwortlich war.

 

Ein weiteres Utensil des Cowboys war der Sattel, für den er bis zu 300 Dollar bezahlen musste, wenn er ihn sein Eigen nennen wollte. Bei einem Monatslohn von 25 bis 40 Dollar war das viel Geld. Dennoch besaß jeder Cowboy einen eigenen Sattel, der dann auch bis zu 30 Jahre hielt. Der Sattel sorgte einmal für die Bequemlichkeit des Cowboys, zum anderen sollte er auch den Rücken des Pferdes schonen, da das Gewicht des Reiters auf die Schultern des Tieres verteilt wurde.

Westernsattel

Als Unterlage des Sattels wurde entweder Holz oder Metall verwendet. Beides wurde dann mit Leder überzogen, das häufig verziert war, um natürlich den Sattel zu verschönern, aber auch um die Rutschgefahr des Reiters zu vermindern. Das auffälligste am Westernsattel ist das Sattelhorn, an dem beim Lassowerfen das Ende des Lassos befestigt wurde. Um die Beine des Cowboys vor dem Pferdeschweiß zu schützen, hingen lange Lederlappen an dem Sattel herunter. Die Steigbügel der Sättel hingen besonders Tief, damit der Reiter seine Beine lang ausstrecken konnte. Das war von Vorteil, wenn er steile Berge herunterreiten musste. Manchmal wurden die Steigbügel auch mit einem Lederbezug verkleidet, um die Füße der Cowboys zu schützten.

Das Lasso

Ein wichtiges Arbeitsmitte, das an jedem Sattel eines Cowboys hing, war das Lasso. Mit ihm konnte er auf größere Entfernungen ein ausgewachsenes Rind oder ein Kalb einfangen, was meistens dann nötig war, wenn die Tiere ein Brandzeichen bekommen sollten. Dazu wurde die Schlinge in der Wurfhand gehalten und der Rest des Seils in der anderen Hand. Die Schlinge musste auch nach dem Wurf so weit geöffnet bleiben, dass sie das Ziel umschlingen konnte. Die Länge des restlichen Seils musste mit der anderen Hand je nach Bedarf variiert werden.

 

Es gab unterschiedliche Varianten, ein Tier mit dem Lasso einzufangen, und jede hatte ihren Namen. Wenn eine Schlinge um die Vorderfüße geworfen wurde, und das Tier dann umgerissen wurde, nannte man das "Forefooting". Lasso Bei einer anderen Variante, die eine Abwandlung der ersten war, wurde die Schlinge auf dem Boden gelegt, und mit der Fußspitze hochgehalten. Mit einem Tritt wurde die Schlinge dem Tier dann übergeworfen. Diese Methode nannte man "Mangana de pie". Eine dritte und besonders schwierige Variante bezeichnete man als "Mangana de cabra". Hierbei gab es eine Doppelschlinge in Form eine Acht. Die eine Schlinge wurde über den Nacken geworfen, die andere um die Vorderbeine. Der Name Lasso kommt aus dem spanischen Wort "la reata" und heißt auf deutsch "das Seil". Anfangs wurde das Lasso aus Rohleder hergestellt und hatte eine Länge von ca. 20 Meter. Es war nicht dicker als ein halber Zentimeter. Die Schlinge wurde gebildet, indem ein Ende des Seils durch eine Öse geführt wurde, die aus Metall bestand. Diese Öse nannte man "Honda". Später bestand das Material aus gedrehten Gräsern, wobei das Lasso auch dicker wurden und Ende des 19. Jahrhunderts wurde Hanf verwendet.

Sporen

Ein weiteres bekanntes Hilfsmittel der Cowboys waren die Sporen. Sie sollten verhindern, dass Cowboys von bockigen Pferden abgeworfen wurden. Außerdem sollten die Pferde die Kommandos besser spüren und so besser parieren. Sporen Dazu wurden dem Pferd die Sporen in die Flanke gedrückt. Das Hilfsmittel bestand aus einem Bügel, der mit Hilfe eines Riemens am hinteren Teil des Stiefels befestigt wurde. An dem Bügel waren wiederum die Spornrädchen angebracht. Hierbei handelte es sich um jeweils ein Rad mit stumpfen Dornen. Eigentlich machen Sporen einen gefährlichen Eindruck. Dennoch galten Cowboys, die an dem Pferd Verletzungsspuren und Narben hinterließen als schlechte Reiter. Sporen waren aber nicht nur Arbeitsmittel, sie wurden auch als Schmuck getragen.

Allerdings benutzte man dazu nicht die Sporen, die beim Viehtreiben verwendet wurden, sondern spezielle Silbersporen, die reichlich mit Ornamente verziert waren und schön laut klimperten, wenn man damit durch die Straßen ging.

Ein Cowboy ohne Revolver ist kaum vorstellbar. Tatsächlich besaß jeder einen und wegen der geringen Reichweite auch ein Gewehr. Revolver Benutzt wurden diese Waffen aber ehe selten, jedenfalls nicht so häufig gegen Menschen, wie man es aus den Filmen kennt. Sicher, es gab auf dem Trail einige Gefahren. So musste man sich vor Wölfe, Kojoten und Klapperschlangen schützen, und da war eine Waffe schon nützlich, aber gegen Menschen wurde sie kaum eingesetzt, obwohl es durchaus Banditen und Indianer gab, die das Vieh stehlen wollten. Es kam auch selten vor, dass die Cowboys in die Luft schossen, um die Viehherde in Bewegung zu setzten, dazu war die Munition viel zu teuer. Der Revolver wurde meisten hoch an der Hüfte getragen, um ihn vor Schmutz und Nässe zu schützten, während das Gewehr in einer speziellen Taschen am Sattel befestigt wurde.

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